Sammeln
Mein See
Ich stehe hier, und es ist, als würde die Welt kurz den Atem anhalten. Die Luft ist schon kühl, so eine feuchte, schwere Kühle, die nach See und ein bisschen nach altem Stein riecht. Ich atme tief ein, und das ist mein Moment, ganz allein.
Gold auf nassem Stein
Die Kühle der Nacht legt sich sanft auf meine Haut, ein feiner Schleier, der die Wärme des Tages längst vertrieben hat. Es ist eine klare, fast schon spröde Luft, die den Geruch von altem Stein und einer fernen Feuchtigkeit in sich trägt – vielleicht das Meer, vielleicht nur der Regen, der vor Stunden die Gassen gewaschen hat. Meine Schritte hallen nicht wider; der nasse Boden schluckt jeden Laut, macht die Welt um mich herum zu einem gedämpften Echo meiner eigenen Präsenz. Nur ein leises, rhythmisches Plätschern, das von irgendwoher zu kommen scheint, durchbricht die tiefe Stille, die sich wie ein Mantel über diese alte Stadt gelegt hat.
Der stille Moment
Ich stehe hier, und die Kälte des Steins zieht langsam in meine Füße. Es ist diese späte Stunde, in der die Welt endlich zur Ruhe kommt und nur noch atmet. Vor mir liegt der See, eine riesige Fläche aus dunklem Samt, so glatt, dass er die Lichter der Uferbebauung nicht nur spiegelt, sondern fast schon konserviert. Diese goldenen, langen Streifen, die von den Fenstern des alten, ockerfarbenen Hauses drüben ins Wasser fallen – sie sind wie Pinselstriche auf nassem Lack.Ich stehe hier, und die Kälte des Steins zieht langsam in meine Füße. Es ist diese späte Stunde, in der die Welt endlich zur Ruhe kommt und nur noch atmet. Vor mir liegt der See, eine riesige Fläche aus dunklem Samt, so glatt, dass er die Lichter der Uferbebauung nicht nur spiegelt, sondern fast schon konserviert. Diese goldenen, langen Streifen, die von den Fenstern des alten, ockerfarbenen Hauses drüben ins Wasser fallen – sie sind wie Pinselstriche auf nassem Lack.
Das goldene Schweigen
Ich stehe still. Der Atemzug, den ich halte, ist der einzige Laut in dieser Gasse, die sich wie ein dunkler, steinerner Kanal zwischen den alten Palazzi hindurchzieht. Über mir spannt sich das tiefe, samtene Schwarz der Nacht, unendlich und ohne Sterne, doch es ist nicht dunkel. Es ist ein Bad in goldenem Licht.
Das Leuchten der Blauen Stunde
Der Himmel über Mailand trägt sein tiefstes Blau, ein Samttuch, das sich über die Stadt legt. Ich stehe am Rande des Platzes, die Kühle des Abends kriecht langsam durch meinen Mantel. Die Luft ist klar und riecht nach feuchtem Stein und dem fernen, süßlichen Duft von gerösteten Mandeln.
Die Stunde der stillen Säulen
Ich stehe hier, mitten auf dem Platz, und die Welt ist ein tiefes, sattes Blau. Es ist die Stunde, in der die Stadt ihren Atem anhält, die Stunde nach dem letzten Lärm, aber vor dem ersten Licht. Die Pflastersteine unter meinen Füßen sind noch feucht, ein Spiegel für das goldene Licht, das aus den Arkaden quillt. Jeder Stein glänzt, als hätte er ein Geheimnis geschluckt, das er jetzt, in dieser Stille, leise wieder ausatmet.





