Warum Weglaufen nicht immer Feigheit ist – Die Kunst des Verschwindens

Wir lernen früh: Stell dich deinen Problemen. Lauf nicht weg. Beende, was du angefangen hast. Das sind gute Ratschläge für Schulaufgaben oder Steuererklärungen. Aber was, wenn das „Problem“ nicht eine einzelne Aufgabe ist, sondern die gesamte Konstruktion, in der wir leben?

In meinem neuen Roman geht es um einen Mann, der genau das tut, was man nicht tun soll: Er läuft weg. Oder besser gesagt: Er fährt weg.

Der Unterschied zwischen Flucht und Aufbruch

Oft verwechseln wir Flucht (aus Angst) mit Aufbruch (aus Notwendigkeit). Wenn wir in Strukturen feststecken, die uns entfremden – der berühmte „Hamsterrad“-Effekt –, dann ist das Verbleiben keine Tapferkeit, sondern Erstarrung. Mein Protagonist erlebt im Buch, dass Bewegung die einzige Möglichkeit ist, wieder zu fühlen. Im Auto, auf der Autobahn Richtung Süden, wo niemand etwas von ihm will, findet er paradoxerweise zu sich selbst zurück.

Die Ehrlichkeit der Müdigkeit

Ein zentrales Thema des Buches ist die „ehrliche Müdigkeit“. Nicht die erschöpfte Leere nach einem 10-Stunden-Tag im Büro vor Bildschirmen, sondern die körperliche Schwere nach einem Tag im Garten, nach dem Fahren, nach dem Tun. Vielleicht müssen wir manchmal weglaufen, um an einem Ort anzukommen, an dem wir wieder ehrlich müde sein dürfen.

Lest mehr über die Reise in Fluchtpunkt Provence

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