Sammeln
Abends im Dorf
Der Tag neigt sich, und das Licht tut weh, aber auf die schönste Art. Es ist dieses späte, goldene Leuchten, das die Welt in eine flüchtige, unwirkliche Bühne verwandelt. Ich stehe hier, wo das Kopfsteinpflaster der Gasse steil zum Wasser abfällt. Jeder Stein, jede...
Abenddämmerung in Venedig
Der Himmel über mir ist ein zerflossenes Gemälde aus Violett und glühendem Orange. Ich lehne an der kühlen Steinbrüstung und atme den schweren Duft des Abends ein – eine Mischung aus feuchtem Stein, dem salzigen Hauch der Lagune und dem leisen, süßlichen Geruch von Jasmin, der aus einem verborgenen Garten zu mir herüberweht.
Das Leuchten der Blauen Stunde
Der Himmel über Mailand trägt sein tiefstes Blau, ein Samttuch, das sich über die Stadt legt. Ich stehe am Rande des Platzes, die Kühle des Abends kriecht langsam durch meinen Mantel. Die Luft ist klar und riecht nach feuchtem Stein und dem fernen, süßlichen Duft von gerösteten Mandeln.
Betreten des Markusplatzes von unterhalb des Uhrturms
Der kühle Stein des Bogengangs umfängt mich noch, ein letzter Atemzug des Schattens, bevor ich in das gleißende Licht trete. Meine Schritte hallen leise auf dem Pflaster, ein diskreter Rhythmus, der die Stille nicht bricht, sondern nur markiert. Ich bin allein, oder...
Porta d’acqua
Der Nebel schluckt die Konturen der Welt. Ich stehe hier, am Rand des Rio de la Veste, und atme die feuchte, salzige Kälte ein, die nach altem Stein und schlafendem Wasser riecht. Es ist ein Geruch, der in die Knochen kriecht und gleichzeitig die Seele beruhigt. Das...
Einsam am See
Der Moment ist so still, dass er fast wehtut. Ich sitze hier, auf dem Ende des Holzstegs, die Füße baumeln knapp über der spiegelglatten Oberfläche des Sees. Es ist noch nicht ganz Tag, eher eine lange, tiefe Dämmerung, die alles in ein monochromes Blau taucht. Das Licht, das von irgendwo hinter dem dichten Waldsaum kommt, ist kein warmes Leuchten, sondern ein kalter, silberner Schein, der den Nebel über dem Wasser fast greifbar macht.





