Sammeln
Porta d’acqua
Der Nebel schluckt die Konturen der Welt. Ich stehe hier, am Rand des Rio de la Veste, und atme die feuchte, salzige Kälte ein, die nach altem Stein und schlafendem Wasser riecht. Es ist ein Geruch, der in die Knochen kriecht und gleichzeitig die Seele beruhigt. Das...
Wenn die Laternen die Nacht in Honig tauchen
Ich stehe am Rand des Wassers, wo die Steine unter meinen Füßen kalt und feucht sind, als hätten sie den Atem des Meeres in sich gesogen. Die Luft ist kühl, aber nicht unangenehm – sie streicht über meine Haut wie ein zögernder Finger, der sich nicht entscheiden kann, ob er bleiben oder weiterziehen soll. Irgendwo zwischen dem Dunkelblau des Himmels und dem flüssigen Gold der Laternen hängt die Zeit.
Die Laternen. Sie sind es, die diesen Moment zu etwas Heiligem machen. Ihr Licht ist nicht grell, nicht aufdringlich, sondern sanft und schwer, als würde es aus einer anderen Zeit sickern. Es tropft auf das Wasser, auf die alten Steine, auf die Umrisse der Gondel, die sich langsam, fast träge, durch den Kanal schiebt. Der Gondoliere steht aufrecht, sein Schatten lang und schmal, als wäre er nicht aus Fleisch, sondern aus demselben Stoff wie die Dämmerung. Seine Bewegungen sind flüssig, aber ich höre kein Geräusch – nur das leise, fast unmerkliche Plätschern des Wassers gegen das Holz.
Der stille Atem des Morgens
Ich schiebe die schweren Holztüren beiseite. Das warme, polierte Nussbaumholz fühlt sich kühl und vertraut unter meinen Handflächen an. Es ist dieser Moment, der alles verändert, der Übergang vom gedämpften Licht des Zimmers zur überwältigenden Helligkeit draußen. Ein...
Das Flüstern der Wellen
Der Himmel hängt tief, ein graues Tuch aus Wolken, das den Schnee auf die Dächer und die Wipfel der Bäume legt. Ich stehe hier, nur wenige Meter vom Ufer entfernt, und atme die kalte, klare Luft ein. Sie riecht nach nassem Stein, nach dem salzigen Versprechen des Sees und einem Hauch von Kaminrauch, der sich von den bunten Häusern zu mir verirrt.
Der Marmor und die Stille im Lärm
Ich stehe mitten in diesem Strom, aber ich bin nicht Teil davon. Die Kälte beißt in meine Wangen, eine trockene, klare Winterluft, die nach Abgasen und einem Hauch von gebrannten Mandeln riecht, ein ferner Gruß vom Weihnachtsmarkt. Meine Füße ruhen auf dem nassen, spiegelnden Pflaster des Platzes, das die blasse Sonne in tausend flüchtigen Reflexen einfängt. Es ist ein Meer aus Grau und Braun, durch das sich die dunklen Mäntel der Eiligen bewegen.
Im Flüstern der Gassen
Die Dämmerung legt sich wie ein sanfter Schleier über die Stadt und taucht den Himmel in ein verblassendes Orange, das sich weich mit dem aufziehenden Violett der Nacht vermischt. Ich stehe am Rande des Kanals, die feuchte, salzige Luft füllt meine Lungen. Es riecht nach altem Stein, nach dem leichten Moder des Wassers und dem fernen Versprechen von Regen.





